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Elektrosmog: Was die unsichtbare Strahlung mit uns macht – und was nicht

15. September 2026 · alanoi.ch

Zwei Hände tippen im Dunkeln auf einem leuchtenden Smartphone, das Display wirft violettes Licht auf Finger und Gesicht

Hitze spürt man auf der Haut, Lärm hört man, Rauch riecht man. Für elektromagnetische Felder hat der Mensch kein Sinnesorgan. Sie sind da, wenn das Handy eine Nachricht empfängt, wenn der Router blinkt und wenn im Nebenzimmer der Staubsauger läuft – und wir merken davon nichts.

Genau das macht das Thema so unangenehm. Was man nicht wahrnehmen kann, kann man nicht selbst einschätzen. Man ist auf Messgeräte, Studien und Behörden angewiesen – und trifft dabei auf Leute, die mit genau dieser Unsicherheit Geld verdienen. Im letzten Beitrag ging es um das Unsichtbare in der Luft rund um einen 3D-Drucker. Diesmal geht es um etwas, das sich nicht einmal weglüften lässt. Die Regel bleibt dieselbe: Zahlen statt Bauchgefühl, und was offen ist, wird als offen benannt.

Zwei Arten von Unsichtbarem

«Elektrosmog» ist kein Fachbegriff, sondern ein Sammelwort für zwei physikalisch recht verschiedene Dinge:

  • Niederfrequente Felder. Sie entstehen überall, wo Strom fliesst: Hausinstallation, Haushaltsgeräte, Netzteile, Hochspannungsleitungen, Bahnstrom. Das Schweizer Stromnetz arbeitet mit 50 Hertz. Gesundheitlich diskutiert wird vor allem das Magnetfeld, gemessen in Mikrotesla (µT).
  • Hochfrequente Felder. Alles, was drahtlos Daten überträgt: Mobilfunk von 2G bis 5G, WLAN, Bluetooth, Schnurlostelefone (DECT), Radio und Fernsehen. Gemessen wird die elektrische Feldstärke in Volt pro Meter (V/m).

Beides zählt zur nichtionisierenden Strahlung. Das Wort «Strahlung» weckt Bilder von Röntgenaufnahmen und Tschernobyl, und genau dort liegt der entscheidende Unterschied: Röntgen- und radioaktive Strahlung haben genug Energie, um Moleküle direkt aufzubrechen und so das Erbgut zu beschädigen. Funkwellen fehlt dafür die Energie um viele Grössenordnungen. Wenn sie etwas bewirken, dann auf einem anderen Weg.

Was gesichert ist

Zwei Wirkungen sind unbestritten, und auf ihnen beruhen alle Grenzwerte:

  • Hochfrequenz erwärmt Gewebe. Das Prinzip kennt jede und jeder vom Mikrowellenofen. Steigt die Körpertemperatur bei starker Exposition um mehr als ein bis zwei Grad, kann das Organe schädigen – besonders empfindlich sind die Augen.
  • Starke niederfrequente Felder reizen Nerven und Muskeln. Sie erzeugen im Körper Ströme, die ungewollte Nervenimpulse und Muskelzuckungen auslösen können.

Beides tritt nur bei Intensitäten auf, die im Alltag nicht vorkommen. Die Grenzwerte sind so gesetzt, dass diese Effekte mit grossem Sicherheitsabstand ausgeschlossen sind. Die eigentliche Debatte dreht sich um etwas anderes: ob schwache Felder unterhalb dieser Grenzwerte über Jahre etwas bewirken, das man nicht sofort bemerkt.

Die Grauzone – ehrlich benannt

Hier wird es unbequem, denn die Antwort lautet nicht «alles harmlos». Sie lautet: Die grossen Studien am Menschen sind beruhigend, einzelne Laborbefunde sind es nicht, und die Frage ist offiziell nicht abgeschlossen.

Die Einstufung «möglicherweise krebserregend». Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat niederfrequente Magnetfelder 2001 und hochfrequente Felder 2011 in die Gruppe 2B eingeordnet. Das klingt dramatisch, bedeutet aber: Es gibt begrenzte Hinweise, ein Zusammenhang ist nicht ausgeschlossen. In derselben Gruppe stehen etwa Ganzblatt-Extrakt der Aloe vera und traditionell auf asiatische Art eingelegtes Gemüse. Die Gruppe sagt ausserdem nichts darüber, wie gross ein mögliches Risiko wäre – nur, wie gut die Beweislage ist.

Studien am Menschen: kein Zusammenhang mit Hirntumoren. Für eine im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellte Übersichtsarbeit wurden 2024 über 5000 Studien gesichtet und 63 davon ausgewertet. Das Ergebnis mit «moderater Sicherheit»: Handynutzung erhöht das Risiko für Hirntumoren wie Gliome, Meningeome und Akustikusneurinome wahrscheinlich nicht – auch nicht bei Kindern. Kritikerinnen und Kritiker werfen der Arbeit vor, Hinweise bei den intensivsten Nutzern zu wenig gewichtet zu haben. Diese Kritik gehört zur Vollständigkeit dazu.

Tierversuche: das Signal, das man nicht wegreden sollte. 2025 erschien eine zweite WHO-Übersicht, geleitet von der Universität Bern, diesmal zu Tierversuchen. Sie kam zu einem anderen Schluss: Mit hoher Sicherheit erhöhe Hochfrequenz bei Ratten das Risiko für bösartige Gliome im Gehirn und bösartige Schwannome am Herzen. Getragen wird das vor allem von zwei grossen Studien, und deren Bedingungen muss man kennen:

  • Die US-Studie des National Toxicology Program bestrahlte Ratten vom Mutterleib an rund neun Stunden täglich am ganzen Körper. Die Herztumoren traten erst in der höchsten Dosis gehäuft auf – dem 75-Fachen dessen, was für die Bevölkerung als Ganzkörperbelastung zulässig ist. Betroffen waren nur männliche Tiere, und die bestrahlten Männchen lebten im Schnitt sogar länger als die unbestrahlten.
  • Die italienische Studie des Ramazzini-Instituts arbeitete mit viel schwächeren Feldern, dafür 19 Stunden am Tag, ein ganzes Rattenleben lang. Mehr Herztumoren gab es bei der höchsten getesteten Feldstärke von 50 V/m. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in der Schweiz liegt bei rund 0,2 V/m.

2026 hat eine Arbeitsgruppe des deutschen Bundesamts für Strahlenschutz die Daten nachgerechnet, und zwar mit der statistischen Zusammenfassung, die das ursprüngliche Studienprotokoll eigentlich vorgesehen hatte. Ergebnis: Beim Herz-Schwannom bleibt ein statistisch messbares Signal, beim Gliom nicht, und die Unsicherheit ist in beiden Fällen enorm. Die ehrliche Zusammenfassung lautet deshalb: Es gibt im Tierversuch einen Befund, der ernst genommen wird – ernst genug, dass eine Beratergruppe der IARC die Neubewertung hochfrequenter Felder mit «hoher Priorität» für die Jahre bis 2029 empfohlen hat. Wie gut er sich auf Menschen mit alltäglicher Belastung übertragen lässt, ist offen.

Schwache Effekte unterhalb der Grenzwerte. Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hält fest, dass es biologische Effekte unterhalb der internationalen Grenzwerte gibt: Veränderungen der Hirnströme, in Zellversuchen mehr oxidativer Stress. Wie diese Effekte zustande kommen und ob sie gesundheitlich eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. Das BAFU finanziert dazu derzeit mehrere mehrjährige Forschungsprojekte, unter anderem zu Gehirn, Schlaf, Haut und Spermienbildung.

Magnetfelder und Kinderleukämie. Beim Stromnetz gibt es einen seit Jahrzehnten wiederkehrenden statistischen Befund: Kinder, die dauerhaft einem Magnetfeld von durchschnittlich 0,4 µT oder mehr ausgesetzt sind, erkranken möglicherweise doppelt so häufig an Leukämie. Ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Zur Einordnung rechnet das BAFU vor: In der Schweiz erkranken jährlich knapp 6 von 100 000 Kindern an Leukämie; bei einem stark exponierten Kind wären es – falls der Zusammenhang echt ist – rund 11. Für neue Hochspannungsleitungen gilt an Orten, an denen sich Menschen länger aufhalten, ein Anlagegrenzwert von 1 µT. Das liegt über den 0,4 µT aus den Studien, aber hundertfach unter dem allgemeinen Immissionsgrenzwert von 100 µT.

Elektrosensibel: Die Beschwerden sind echt – die Ursache meist eine andere

Manche Menschen führen Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme auf Elektrosmog zurück. Diese Beschwerden sind real, und wer darunter leidet, verdient keine Belehrung. Die Frage ist nur, was sie auslöst – und dafür gibt es eine besonders saubere Versuchsanordnung: den Doppelblindtest. Eine Person sitzt vor einer Sendeanlage, die mal eingeschaltet ist und mal nicht. Weder sie noch die Versuchsleitung wissen, was gerade läuft.

Eine Übersichtsarbeit hat 46 solcher Experimente mit insgesamt 1175 Personen ausgewertet, die sich selbst als elektrosensibel bezeichneten. Sie konnten nicht verlässlich erkennen, ob ein Feld aktiv war, und die Felder lösten keine nachweisbaren Beschwerden aus. Dafür zeigte sich immer wieder: Die Symptome kamen, wenn die Teilnehmenden glaubten, bestrahlt zu werden. Die WHO-Übersicht von 2024 mit 41 Experimenten kam zum selben Schluss.

Das ist der Nocebo-Effekt, das Gegenstück zum Placebo. Er ist keine Einbildung: Die Erwartung eines Schadens erzeugt echte körperliche Beschwerden. Und hier schliesst sich der Kreis zum Unsichtbaren. Weil man die Felder nicht spürt, lässt sich jedes Kribbeln und jede schlechte Nacht der Antenne zuschreiben, die man gerade auf dem Nachbardach entdeckt hat. Die Sorge selbst wird zur Belastung – und sie wächst mit jedem Produkt, Video oder Messgerät, das auf Angst setzt.

Wo die Belastung wirklich sitzt

Die meisten Sorgen gelten der Mobilfunkantenne, die man sehen kann. Physikalisch ist das die falsche Stelle zum Hinschauen.

Silhouette eines Mobilfunkmasts mit Antennen vor violett-orangem Abendhimmel
Die Antenne, die man sieht, zieht die Sorgen auf sich. Die grössere Quelle trägt man meist in der Hosentasche.

Felder werden mit zunehmendem Abstand sehr schnell schwächer. Deshalb belasten Mobiltelefone ihre Nutzerinnen und Nutzer laut BAFU «deutlich stärker als jede Basisstation». Für die meisten Menschen ist das eigene Handy die grösste Einzelquelle im Alltag – nicht die Antenne, die man sieht, sondern das Gerät, das man gar nicht mehr bemerkt.

Daraus folgt ein Paradox, das der Intuition widerspricht: Eine Antenne in der Nähe kann die persönliche Belastung senken. Ein Handy regelt seine Sendeleistung laufend nach. Bei gutem Empfang sendet es schwach, bei schlechtem – im Keller, in der Tiefgarage, am Rand der Netzabdeckung – dreht es auf, um die Verbindung zu halten. Gute Abdeckung heisst also: schwach sendendes Gerät am Kopf. Neuere Standards senden ohnehin deutlich schwächer als das alte 2G, und die adaptiven Antennen von 5G richten ihr Signal gezielt auf das Gerät, das gerade Daten braucht, statt gleichmässig in alle Richtungen zu strahlen.

Und wie hoch ist die Belastung von aussen? Das Schweizer Messprogramm SwissNIS kommt auf einen Durchschnitt von rund 0,2 V/m. Über alle Messungen hinweg wurden die Immissionsgrenzwerte bei Hochfrequenz zu höchstens 6 Prozent ausgeschöpft, bei niederfrequenten Magnetfeldern zu höchstens 13 Prozent. Am höchsten lagen die Werte an Flughäfen, Tram- und Bushaltestellen, die Magnetfelder an Bahnhöfen und in Zügen. In Wohnzimmern fielen WLAN und Schnurlostelefone vergleichsweise stark ins Gewicht – also Geräte, die man selbst aufgestellt hat.

Die Schweizer Grenzwerte – strenger als üblich

Die Schweiz arbeitet mit zwei Stufen. Die Immissionsgrenzwerte gelten überall, wo sich Menschen aufhalten können, und liegen für Mobilfunk je nach Frequenz bei 41 bis 61 V/m. An Orten mit empfindlicher Nutzung – Wohnungen, Schulen, Spitäler, Arbeitsplätze, Kinderspielplätze – gelten zusätzlich die Anlagegrenzwerte von 4 bis 6 V/m. Das ist rund ein Zehntel der Feldstärke. Weil die Strahlungsintensität mit dem Quadrat der Feldstärke wächst, entspricht das etwa einem Hundertstel.

Diese strengeren Werte beruhen nicht auf einem nachgewiesenen Schaden, sondern auf dem Vorsorgeprinzip des Umweltschutzgesetzes: Man begrenzt vorsorglich, solange Fragen offen sind. Wichtig für die Einordnung: Die Anlagegrenzwerte gelten für Antennen, nicht für das Handy am eigenen Ohr. Für Geräte gilt der international übliche Höchstwert für die im Körper aufgenommene Energie, am Kopf 2 Watt pro Kilogramm.

Was nichts bringt – oder sogar schadet

Wo Angst ist, ist ein Markt. Beim Elektrosmog ist er besonders bequem, weil man die Wirkung eines Produkts genauso wenig sieht wie das Problem.

  • Strahlenschutz-Aufkleber, Chips und Anhänger. Für Aufkleber und Folien gibt es keinen belegten Nutzen. Schlimmer: Schluckt so ein Aufkleber tatsächlich etwas vom Signal, bemerkt das Handy den schlechteren Empfang und erhöht die Sendeleistung. Das Produkt erreicht dann das Gegenteil dessen, wofür es gekauft wurde.
  • Abschirmhüllen. Eine Hülle, die rundum abschirmt, löst genau denselben Effekt aus: Das Handy kämpft gegen die eigene Hülle an und sendet stärker. Wer das Handy gerade nicht braucht, hat mit dem Flugmodus eine kostenlose und vollständige Lösung – und wer beim Telefonieren den Kopf schützen will, nimmt einen Kopfhörer.
  • Filter gegen «Dirty Electricity». Stecker, die angeblich hochfrequente Störungen aus dem Hausnetz filtern, verkauft zusammen mit Messgeräten, die eine eigene Masseinheit anzeigen. Eine systematische Übersichtsarbeit kam 2016 zum Schluss, dass die Belege für «Dirty Electricity» als Gesundheitsrisiko einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhalten – und dass der verbreitete Schwellenwert von 50 «GS-Einheiten» willkürlich ist. Benannt ist die Einheit nach den Entwicklern genau des Filters, der sie senken soll.
  • Billige Messgeräte. Ein Gerät, das eine Zahl anzeigt, beantwortet noch nicht, ob diese Zahl ein Problem ist. Entscheidend ist, womit sie verglichen wird. Wer eine konkrete Frage hat, etwa zu einer Wohnung neben einer Hochspannungsleitung, bekommt bei der kantonalen Fachstelle für nichtionisierende Strahlung eine fundiertere Antwort als von einem Gerät aus dem Onlineshop.

Weil wir Kunststoffteile drucken, liegt eine Frage nahe: Kann man sich eine Abschirmung selbst drucken? Nein. PLA und PETG sind für Funkwellen praktisch durchsichtig – aus genau diesem Grund stecken Antennen in Kunststoffgehäusen. Abschirmen können nur leitfähige Materialien wie Metall. Ein gedrucktes «Schutzgehäuse» schützt vor nichts ausser vor dem Gefühl, nichts getan zu haben.

Was tatsächlich wirkt – und nichts kostet

Wer die eigene Belastung senken will, braucht dafür kein Produkt, sondern ein paar Gewohnheiten. Ungefähr nach Wirkung sortiert:

  • Abstand beim Telefonieren. Der grösste Hebel. Lautsprecher, kabelgebundene Kopfhörer oder Bluetooth-Kopfhörer, die mit einem Bruchteil der Leistung eines Handys senden. Schon wenige Zentimeter machen einen grossen Unterschied, weil das Feld so steil abfällt.
  • Bei gutem Empfang telefonieren. Zeigt das Handy nur noch einen Balken, sendet es mit deutlich mehr Leistung. Lange Gespräche lieber dort führen, wo die Verbindung gut ist.
  • Schreiben statt telefonieren. Wer eine Nachricht tippt, hält das Gerät vor sich statt am Kopf.
  • Das Handy nicht dauernd am Körper tragen. Tasche oder Tisch statt Hosentasche, nachts nicht unter dem Kopfkissen. Wer ganz sichergehen will, schaltet nachts den Flugmodus ein.
  • Router und Schnurlostelefon nicht neben das Bett oder direkt an den Arbeitsplatz. Schon etwas Abstand genügt, die Felder fallen mit jedem Meter stark ab. Viele DECT-Telefone haben einen Eco-Modus, in dem die Basis nicht mehr sendet, solange niemand telefoniert, und das WLAN lässt sich bei den meisten Routern nachts per Zeitschaltung abstellen.
  • Netzteile und Geräte eine Armlänge vom Kopfkissen weg. Magnetfelder von Haushaltsgeräten fallen extrem schnell ab. Ein Föhn erzeugt laut dem deutschen Bundesamt für Strahlenschutz in 3 Zentimetern Abstand bis zu 2000 µT, in 30 Zentimetern noch höchstens 0,7 µT. Beim Föhn spielt das kaum eine Rolle, weil man ihn nur ein paar Minuten benutzt. Bei Geräten, neben denen man jede Nacht acht Stunden liegt, lohnt sich der Abstand eher.

Eine echte Ausnahme verdient einen eigenen Satz: Wer ein aktives Implantat wie einen Herzschrittmacher trägt, soll die Abstandsvorgaben des Herstellers einhalten – zum Beispiel das Handy nicht in der Brusttasche direkt über dem Implantat tragen. Dabei geht es nicht um Langzeitfragen, sondern um mögliche Störungen des Geräts selbst.

Und bei uns in der Werkstatt?

Ein 3D-Drucker ist elektrisch betrachtet ein ganz gewöhnliches Gerät: ein Netzteil, mehrere Schrittmotoren und ein beheiztes Druckbett, durch das ein kräftiger Strom fliesst. Er erzeugt also niederfrequente Magnetfelder, die direkt am Gerät messbar sind und mit dem Abstand abfallen wie bei jedem anderen Gerät auch. Messreihen speziell für 3D-Drucker haben wir in der Forschung keine gefunden, und eine Zahl erfinden wollen wir nicht.

Draufsicht auf das beheizte Druckbett eines 3D-Druckers mit orangen Bauteilen und Warnsymbolen für heisse Oberfläche und Herzschrittmacher
Das durchgestrichene Herz auf diesem Druckbett gilt Menschen mit Herzschrittmacher: Unter der Druckplatte sitzen starke Magnete.

Praktisch erledigt sich das Thema bei uns ohnehin über dieselbe Massnahme wie bei der Raumluft: Die Drucker stehen in einem separaten Raum, nicht neben einem Schreibtisch oder einem Bett. Der Abstand, der die Partikel aus der Atemluft hält, hält auch die Felder vom Körper fern. Das fertige Teil, das bei dir ankommt, führt keinen Strom und strahlt nichts ab.

Und falls du nach diesem Beitrag einen festen Platz für dein Handy suchst, der nicht die Hosentasche und nicht der Nachttisch ist – eine Ablage im Flur, eine Halterung neben der Tür, einen Ständer auf dem Schreibtisch –, drucken wir so etwas gern als Auftragsdruck nach deinen Massen.

Das Unsichtbare ernst nehmen, ohne es zu fürchten

Zusammengefasst: Die gesicherten Wirkungen treten nur weit oberhalb der Grenzwerte auf, und die Schweiz begrenzt Antennen dort, wo Menschen wohnen und arbeiten, bei der Feldstärke zusätzlich um rund den Faktor zehn. Die grossen Studien am Menschen zeigen keinen Zusammenhang mit Hirntumoren. Offen sind ein ernstzunehmender Befund aus Tierversuchen, schwache biologische Effekte mit unklarer Bedeutung und der statistische Zusammenhang zwischen starken Magnetfeldern und Kinderleukämie. Die IARC wird ihre Einstufung neu prüfen, und das ist richtig so.

Wer vorsorgen will, setzt beim eigenen Handy an, nicht bei der Antenne auf dem Dach – und gibt kein Geld für Produkte aus, deren Wirkung so unsichtbar ist wie das Problem, das sie angeblich lösen.

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